Mitarbeitergespräche brauchen Eskalation

Wolfgang Müller erklärt, wie Führungskräfte an die wahren Beweggründe ihrer Mitarbeiter kommen

In vielen Unternehmen zeige sich immer wieder das gleiche Bild: Ein Mitarbeiter macht einen Fehler. Es folgt ein Mitarbeitergespräch bezüglich des Sachverhalts, doch nichts verändert sich und der Mitarbeiter macht immer wieder denselben Fehler. In nachfolgenden Gesprächen flüchte sich der Mitarbeiter in verschiedene Ausreden und so gehe der Teufelskreis immer weiter, ohne jegliche Verbesserung. Diese Situation sei vor allem bei jüngeren Führungskräften zu beobachten. „Um aus diesem Teufelskreis auszusteigen, braucht es die Eskalation von Mitarbeitergesprächen“, weiß Wolfgang Müller.

Ein gutes Mitarbeitergespräch zeichne sich durch mehrere Stufen aus. So beginne das erste Gespräch mit der Klärung des Sachverhalts. „Hier ist es grundlegend, eine gemeinsame Vereinbarung zwischen beiden Parteien zu treffen, zu deren Einhaltung sich beide verpflichten. Diese Vereinbarung dient als Fundament einer möglichen Eskalation“, erklärt Müller, der seinen Kunden als Wirksam-Macher, Mind-Opener und Ratgeber zur Seite steht.

Im Nächsten Schritt gehe es um die Vereinbarung, die der Mitarbeiter nicht eingehalten hat. „Passiert dies wiederholt, ist es bald schon sinnlos immer wieder den Sachverhalt von neuem aufzurollen“, so Müller. Stattdessen müsse die Führungskraft hier fragen, was in Zukunft passieren müsse, damit diese Vereinbarung eingehalten wird oder ob diese geändert werden muss.

Ergebe sich immer noch keine Besserung, folge die Beziehungsklärung. „Womöglich liegt hier ein latenter Konflikt mit der Führungskraft vor“, erklärt Müller. Die Führungskraft müsse in diesem Fall mit dem Mitarbeiter erörtern, ob eine gemeinsame Zusammenarbeit überhaupt noch gewünscht ist und ob sie auf dieser Basis noch Sinn mache.

Bringt auch dieser Schritt keine Verbesserung, helfe nur noch das Arbeitsrecht. „In letzter Konsequenz ist eine Führungskraft schließlich gezwungen arbeitsrechtliche Schritte, wie Abmahnungen und Kündigungen einzuleiten. Diese Lösung sollte jedoch erst ergriffen werden, wenn alle anderen Schritte keine Einsicht gebracht haben“, bekräftigt Müller und resümiert: „Eine gute Eskalation von Gesprächen erspart oft den letzten Schritt der Kündigung und ermöglicht der Führungskraft mehr Weite im Handeln.“

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